Gambiaeinsatz 2010 – Dr. Bille

Wie schon im vergangenen Jahr 2009 haben wir – meine Frau und ich – vom 14.01.- 11.03.2010 einen weiteren Arbeitseinsatz in The Gambia gestartet. Unter Mithilfe der beiden Vereine “Malaria und Schülerhilfe Gambia e.V.“ unter Werner Rehm und “Bildung und Gesundheit Gambia e.V.“ unter Joachim Liebenow konnten wir wieder tätig werden.

Zuvor hatten wir von Schulen (Bördegymnasium in Wanzleben, Sekundarschule Wefensleben/Eisleben) und Privatpersonen Geldbeträge als Spende erhalten, die es uns möglich machen sollten, bestimmte Aufgaben zu erfüllen (Bau einer Notfallstation bzw. -apotheke in einer großen Schule, Bau einer Trockenabortanlage in einer anderen Schule, Kauf von Nahrungsmitteln, Kauf vonMedikamenten vor Ort usw.).

Donnerstag, 14.01.2010:

Start zum Flug von Hannover über Brüssel, Dakar nach Banjul, der Hauptstadt von The Gambia.

Empfang durch Werner Rehm u. Begleiter, dann zum Quartier gebracht. Wir wohnten wieder bei

einer einheimischen Familie, diesmal fast europäisch.

Freitag, 15.01.2010:

Bekannt machen mit Örtlichkeit, erste Einkäufe. Von W. Rehm dort gelagertes medizinisches

Material abgeholt.

Samstag/Sonntag, 16./17.01.2010:

Materialsichtung und -sortierung, mitgebrachte Post an Adressaten verteilt.

Montag, 18.01.2010:

Spontan 3 Patienten in der Nachbarschaft behandelt (1 Baby, ein alter Herr,eine junge Frau).

Dienstag, 19.01.2010:

Fahrt zur Nordbank nach Njongong u.N’dofan. Dort Inspektion der Notfallapotheke,weiteren Ausbau diskutiert – die von einheimischen Leuten gemachten Kostenvoranschläge waren viel zu hoch, so dass wir erhebliche Abstriche machen mussten.Dann haben wir unsere eigenen Vorschläge durchsetzen können beim Bau der Toilettenanlage.

Rückfahrt mit der Fähre – Wartezeit 5,5 Std.!

Mittwoch, 20.01.2010:

Schule Socialis in Ghanatown, als Fahrer fungierte Hatap (Gambia-Verein Amberg). Wir hatten 53 große u. kleine Patienten. Es gab wieder viele alte u. frische Wunden, Augenentzündungen, Erkältungen, Karies, Muskelschmerzen, Hauterkrankungen, Gelenkschmerzen.

Donnerstag, 21.01.2010:

Hausbesuch bei einem alten Mann mit Herzproblemen u. Hochdruck, Hausbesuch bei krankem Baby, 1 Patient mit Kniearthrose, 1 Patient mit Hauterkrankung.

Sonntag, 24.01.2010:

Hausbesuch in Faraba (45 km entfernt!) – Herzerkrankung, Austrocknung, Kind mit Hörstörung, Frau mit starken Kopfschmerzen.

Montag, 25.01.2010:

Schule Socialis – 43 Patienten untersucht und behandelt.

Dienstag, 26.01.2010:

Nordbank N’dofan: 97 Patienten, darunter viele Dorfbewohner – aufgefallen: ein blindes Mädchen mit großem Abszess in der Leiste wurde zur OP geschickt (mir fehlte Anästhesiemedikament, auch hätte man täglich Verbandswechsel machen müssen), ein Baby mit Erbrechen, Bronchitis u. Fieber, ein Kind mit Epilepsie (schon anbehandelt), eine stillende Mutter mit Bluthochdruck, ein nahezu blinder Junge – Augenuntersuchung wurde veranlasst.

Mittwoch, 27.01.2010:

Übernachtung im Camp, Schule Njongon 51 Patienten, eine Zahnextraktion! Bei einem alten lungenkranken Mann Röntgen veranlasst, dann Therapieversuch. Bei einem Jungen mit grauem Star Augenärztliche Untersuchung eingeleitet.

Donnerstag, 28.01.2010:

Schule Socialis 51 Patienten, dabei zwei Geschwister mit identischer Hauterkrankung unter Therapie mit Metronidazol zur Abheilung gebracht. Ein Junge mit Sandflohbefall der Füße – nur sehr langsamer Heilungsverlauf. Viele Sportverletzungen.

Montag, 01.02.2010:

Schule Socialis 51 Patienten.

Dienstag, 02.02.2010:

Schule N’dofan 81 Patienten.

Mittwoch, 03.02.2010:

Schule Njongon 77 Patienten.

Donnerstag, 04.02.2010:

Schule Socialis 64 Patienten.

Dienstag, 09.02.2010:

Schule N’dofan 94 Patienten.

Mittwoch, 10.02.2010:

Schule Njongon 88 Patienten, darunter ein ca. 9-jähriges Mädchen mit vermutlich angeborener Hüftgelenkluxation. Operation in Gambia nicht möglich – evtl. in Senegal oder BRD? Wir bleiben am Ball.

Donnerstag, 11.02.2010:

Schule Socialis Ghanatown 65 Patienten.

Samstag, 13.02.2010:

Besuch bei Birgit Lempa im Health-Center Tanji – auch Info über Baukosten.

Montag, 15.02.2010:

Schule Socialis 68 Patienten.

Dienstag, 16.02.2010:

Schule N’dofan 77 Patienten, 4 augenkranke Kinder, Termin für Augenklinik Serekunda, davon 3 Kinder aus Njongon, 1 Junge aus N’dofan.

Mittwoch, 17.02.2010:

Schule Njongon 64 Patienten.

Donnerstag, 18.02.2010:

Nationalfeiertag! Am 18. Februar 1965 erlangte Gambia die Unabhängigkeit von Großbritannien.

Freitag, 19.02.2010:

Schulfrei

Montag, 22.02.2010:

Schüler zur Augenklinik Serekunda gebracht, ca. 7 Std. mit Warten und Untersuchung verbracht. Zwei der Schüler konnte sofort geholfen werden, Gibba erhielt OP-Termin (Katarakt – grauer Star mit 15 Jahren!), Kebba wird zu einer weiteren Nachuntersuchung bestellt wegen Brillenbestimmung.

Dienstag, 23.02.2010:

Schule N’dofan – Baubeginn Trockenabort, Eltern von Schülern beteiligen sich, wir haben das Material selber gekauft, um Unregelmäßigkeiten von vornherein auszuschließen.

Mittwoch, 24.02.2010:

Infotour mit W. Rehm zur Schule u. Kita Njofelleh u. Brenderinc – Vorzeigeeinrichtung von Pallum-Holland.

Montag, 01.03.2010:

Zwei Schüler in Augenklinik Serekunda – einer wird operiert (Katarakt – grauer Star), der andere braucht starke Brillengläser wegen Myopie (starke Kurzsichtigkeit). Beide müssen nach unserer Abreise am 22.03. zur Nachuntersuchung, beiden bezahlen wir die Kosten.

Dienstag, 02.03.2010:

Schule Socialis 51 Patienten – heute wird Gibba operiert.

Mittwoch, 03.03.2010:

Schule N’dofan 58 Patienten.

Samstag, 06.03.2010:

Treffen mit unserem großen Patenkind Essa Demba, er macht einen guten und sympathischen Eindruck, scheint ein guter Schüler zu sein.

Sonntag, 07.03.2010:

Ausflug Vogelinsel.

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Dienstag, 09.03.2010:

N’dofan – Bauabnahme Abortanlage. Ist nicht ganz nach unserer Erstplanungen gelaufen, wird vermutlich 2011 geändert werden müssen (Abluft, Dach). Patenkinder besucht. Reis verteilt, Schüssel u. Siebkelle an Küche in N’dofan geschenkt.

Mittwoch, 10.03.2010:

Restmedikamente sortiert, verpackt u. zu W. Rehm zur Aufbewahrung gebracht.

Donnerstag, 11.03.2010:

Heimflug.

Resümee:

In 8 Wochen medizinisch/sozialer Arbeit haben wir 1.281 Patienten untersucht und behandelt. Eine alte Frau ist an Herz-Kreislaufbeschwerden gestorben – von ihr wurde Hospitalisierung abgelehnt. Ein augenkranker Schüler wurde in der Augenklinik erfolgreich am grauen Star operiert. Ein Junge mit Verdacht auf Blutkrankheit (Leukämie) wurde sofort in die Klinik geschickt – sein weiteres Schicksal ist uns nicht bekannt.

Erfolgreich wurde der Bau der Notfallapotheke in Njongon abgeschlossen – dort können auch ärztl.- medizin.Untersuchungen erfolgen. Wir haben dort zusätzlich die Zwischendecke und deren Einbau finanziert.

Ebenso wurde die Trockenabortanlage in N’dofan fertiggestellt – Korrekturen sind vermutlich 2011 nötig.

Per Telefon wurde uns mitgeteilt, dass Kebbe nochmals zur Nachuntersuchung in die Augenklinik Serekunda bestellt wurde. Zur Begleichung von anfallenden Kosten haben wir Geld gegen Quittung in Gambia hinterlassen.

Falls wir fit bleiben, werden wir im Jahre 2011 erneut einen Gambiaeinsatz unternehmen.

Hans-Werner u. Lieselotte Bille


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