Reisetagebuch über den Hilfseinsatz im November 2008 in Gambia

Teilnehmer: Frau Dr. Ingrid Gesper (Ärztin), Frau Eleonore Jähnike, Frau Ute Binde,
Herr Joachim Liebenow

Termin:       6. November bis 27. November 2008

In den vorangegangenen Monaten wurden durch Vereinsmitglieder viele Medika-mente, Bekleidung, Spielzeug, Schulmaterial usw. gesammelt und verpackt. Die Fracht wurde Anfang September nach Sperenberg transportiert und der Containeranteil termingerecht bezahlt, auch die Unterlagen für die Schulgeldzahlung wurden pünktlich an Hr. Rehm übergeben.

Zur unmittelbaren Einsatzplanung fanden je eine Beratung zwischen „GBG e.V.“ (Gesundheit und Bildung Gambia e.V) und „MSG e.V.“ (Malaria- und Schülerhilfe Gambia e.V.) sowie eine Beratung mit Fr. Dr. Gesper statt, in der die Vorhaben präzisiert wurden.

Donnerstag, 6. November 2008

Unser Team startet ab Tegel via Brüssel nach Gambia und erreichte ohne Probleme die Unterkünfte in Kerr Sering und Kotou.

Freitag, 7. November bis Sonntag, 9. November 2008

Die ersten Tage dienten der Einrichtung des Material-Depots im Kompaunt in Kerr Sering und dem vorbereitenden Sortieren der Medikamente für die ärztliche Arbeit.

Montag, 10. November 2008

Die medizinische Arbeit beginnt in der Schule des Leipziger Vereins in Ghanatown.
Die dortigen Arbeitsbedingungen wa-ren wesentlich besser, als noch vor einem Jahr – ein neuer, heller und relativ sauberer Klassenraum stand uns zur Verfügung. Außerdem wur-den wir tatkräftig von der Prakti- kantin Franziska Deckert unterstützt.
Weitere Behandlungen fanden hier auch am 14.11. + 17.11.08 statt – mit insgesamt ca. 106 kleinen Patienten.

 

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Eine Beratung am 19.11.08 festigte die weitere Zusammenarbeit beider Vereine zum gemeinsamen Nutzen.

Dienstag, 11. November 2008

Kein Ferientag und auch kein Karneval – das Team bereitet weitere Einsätze vor, d.h. Medikamente werden sortiert und versandfertig verpackt.

Mittwoch, 12. November 2008

Unser Team startete, gemeinsam mit Mitgliedern des „MSG e.V.“, um zur Schule nach Njongon auf die Nordbank zu fahren. Um die erste Fähre um 7.00 Uhr von Banjul nach Barra zu erreichen, ist eine Abfahrt schon um 5.30 Uhr notwendig. Normalerweise dauert diese romantische Überfahrt bei Sonnenaufgang über den Gambia-River 30 bis 40 Minuten, an diesem Tag waren es fast 3 Stunden wegen eines Motorschadens der Fähre. In Njongon sind wir dann endlich um 11.00 Uhr.

Während die Mitglieder des „MSG e.V.“ Pakete in die umliegende Schulen trans-portieren, funktionierten wir ein Klassenzimmer in einen praxisnahen Raum um.

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Nähutensilien

für die Schule in Njongon

Frau Dr. Gesper

bei der Arbeit in Njongon

Unter den ca. 30 Patienten befand sich auch ein 14 jähriges Mädchen mit Erblin-dungsgefahr. Sie bekommt später von uns 300 DAL (Dalasi), das sind etwa 10,- €, um nach Banjul zu einer speziellen Untersuchung fahren zu können. Ansonsten die üblichen Beschwerden der Patienten (z.B. Augenreizungen, Magenprobleme, Er-
kältungen mit fiebrigen Erkrankungen usw.).

Und immer die gleichen Probleme mit schlechten Strassen – aber Achtung – die N 5 wird ausgebaut, da besteht wirklich Hoffnung, dass es besser wir – eine Asphaltstrasse entsteht!

Donnerstag, 13. November 2008

Fr. Dr. Gesper besucht den Kompaunt ihres Patenkindes in Nyofelleh, sie bringt viele Spenden mit und damit auch viel Freude.

Freitag, 14. November 2008

Ein weiterer Einsatz in der Schule in Ghanatown – ohne Probleme.

Sonnabend, 15. November 2008

Herr Liebenow knüpft Kontakt zur Leiterin des Health-Centers in Tanji – besucht sie zu Hause in Sanjang und trifft Absprachen für die nächsten Wochen. Auf dem Rückweg besucht er sein Patenkind in Tujering.

Sonntag, 16. November 2008

Ein Strandtag, aber auch Arbeitsberatung mit Hr. Rehm.

Dabei wurde festgestellt, dass durch das verspätete Ankommen des Containers von Deutschland nach Gambia (der Container kam 6 Wochen zu spät), durch das nicht voll einsatzfähige sehr störanfällige Auto (aufgrund der schlechten Straßen und Wege) sowie durch die großen persönlichen Sorgen von Herrn Rehm (Todesfall eines Patenkindes) die Gesamtsituation schwierig war und nach individuellen Lösungen gesucht werden musste – na dann …!

Montag, 17. November 2008

Medizinischer Einsatz in der Schule in Ghanatown, wiederum ohne Probleme, als Abschluss übergaben wir am 17.11. – im Beisein von Frau Maika Bjick (Vorsitzende des Leipziger Vereins), Herrn Begay und dem Direktor Herrn Jatta – ein Mikroskop an die Schule, gleichzeitig wurde von Frau Dr. Gesper ein von ihr gespen-
deter „Erste-Hilfe-Koffer“ – natürlich gefüllt – übergeben.

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Übergabe eines Mikroskop
für die Schule in Ghanatown

Frau Dr. Gesper spendet einen

„Erste-Hilfe-Koffer“ für die Schule

Dienstag, 18. November 2008

Wir mieten einen Kleintransporter und setzen auf die Nordbank über – unser Ziel ist Ndofan.
Bisher gab es immer „Disziplinprobleme“ – diesmal war ein neuer Direktor im Schuldienst, er und die Lehrer helfen mit, schaffen Ruhe und Ordnung – das medi-zinische Team konnte gut arbeiten und behandelt ca. 46 Patienten (davon 10 Lehrer), dabei auch eine kleine Zeh-Nagel OP, die weit zu hören war.

Nebenbei wurden Spenden verteilt. T-Shirts für die Kleinen, Bälle und Schuhe fürs Sportteam (Spende von Fr. Gesper), Spielzeug und Plüschtiere. Ngimbe freute sich über ein Päckchen von der Patenmutti und 4 Familien erhielten je einen Sack Reis.

Abends 18.00 Uhr sind wir wieder „zu Hause“.

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Reisspende für das Patenkind
von Jana von Brandenstein

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Spielzeug für alle!

T-Shirts von Frau Dr. Gesper und
Hosen vom Adler-Modemarkt

Mittwoch, den 19. November 2008

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Fahrt ins Krankenhaus in der Nachbargemeinde Bijilo.

Hier übergaben wir Medika-mente und Verbandsmaterial sowie medizinische  Messge-räte und ein Sauerstoffgerät, welches uns der Flughafen Tempelhof gespendet hatte.

Donnerstag, 20. November 2008

Ein wenig Privatleben für die Gemeinschaft – auf Einladung von Frau Dr. Gesper fand ein gemeinsames Butterfischessen statt.

Es wurde Bilanz gezogen und wir stellen zufrieden fest – fast alles geschafft!
Abends fliegen die Frauen wieder zurück nach Europa, nur Joachim Liebenow bleibt noch, um die „restlichen Arbeiten“ zu erledigen.

Freitag, 21. November 2008

Achim Liebenow erholt sich und legt einen ersten Urlaubstag ein.

Samstag, 22. und Sonntag 23. November 2008

Das gesamte verbliebene Material wird zweckbestimmt zusammengestellt. Alle Kartons mit medizinischem Material sind sortiert worden und wurden zugeklebt und in der Garage im Kompaunt eingelagert – ebenfalls das dort verbliebene Material vom vorherigen Einsatz und Spenden von Fr. Dr. Gesper.

Montag, 24. November 2008

Es geht nach Nyofelleh, 4 Familien erhalten hier je einen Sack Reis, darunter auch die Patenkinder von Regina Ukrow und Petra Kröger-Schumann.

Am Nachmittag wurden medizinisches Material sowie ein EKG-Gerät und ein Defibrillator an die Gesundheitsstation in Tanji übergeben. Im Gespräch mit Fr. Lempa wird auch der Einsatz von gambianischen Ärzten gemeinsam mit unseren Ärzten beraten – klare Antwort: es geht zum beiderseitigen Nutzen!

Dienstag, 25. November 2008

Njongon war wieder das Ziel – das ganze Fahrzeug beladen mit Spen-den. Gemeinsam mit der Schul-leitung wurde beraten und verteilt – hunderte T-Shirts, Windjacken, Hemden, Bälle für Sportteams, Spielzeug im Kindergarten, Schul-material, die jeweils besten Schüler der 2. + 3. Klasse erhielten eine Schultasche. Eine gelungene Aktion!

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Neue Schultaschen für die besten Schüler

Mittwoch, 26. November 2008

Was wir zukünftig mal vorhaben – Massenimpfungen an Schulen – stand im Mittel-punkt des Gesprächs in der WHO-Repräsentanz (sh. Bild unten).

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Jetzt wissen wir, was wir wo beantragen müssen. Nur der Kontakt zum Gesund-heitsministerium ist uns noch nicht gelungen – aber wir bleiben am Ball!

Donnerstag, 27. November 2008

Joachim Liebenow reist zurück nach Deutschland – ein erfolgreicher Einsatz geht zu Ende.


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