Reisebericht von J. Liebenow – Gambiaeinsatz 14.12.2010 – 13.03.2011

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Die Anreise war abenteuerlich. In Berlin-Tegel Eisregen, Verspätung 1 Stunde – in Brüssel dann 15 Minuten zum Umsteigen, erreiche den Flieger nach Banjul 5 Minuten vor Abflug (als Letzter) und erhalte einen Platz in der Businessclass (toll) – in Banjul fehlt dann ein Koffer. Lamin und Marianne holen mich ab – im Compaund in Kololi endlich abends 22.30 – geschafft – für 13 Wochen. 
(Erklärung: Marianne Kypke ist Vereinsmitglied seit Mai 2010, hat in Kololi einen ganzen Compaund gemietet – ganzjährig – und lebt dort von September bis Mai. Dort sind 6 Übernachtungsplätze, ein Pool, ein Gartenhaus als Küche und ideale Lage in Kololi – 10 Minuten zu Fuß zum Strand. Das ist nun unser Stützpunkt). 

 

 

 

Freitag, 17.12.2010 

Zuerst eingewöhnt, dann Kontakt zu Lamin und Hatabou, nächste Aufgaben werden Auszahlung an Hatabou für „Ärztliche Arbeitserlaubnis“ – Geldumtausch, Mobilität herstellen für Handy.

Montag, 20.12.2010

Vorab bestelltes Bettgestell abgeholt und in Fabrikladen 2 Matratzen gekauft. Lieferung erfolgt in 2 Tagen auf die Nordbank.

imageMittwoch, 22.12.

Lamins Auto beladen und kurz nach 6 Uhr Abfahrt, dann Lamins Meisterstück – Ankunft im Hafen
6.50 Uhr – auf die erste Fähre
7.05 Uhr! Übersetzen bei Sonnenaufgang.
Zuerst Bett und Matratze zu Abduulie Corr (2912) in Keer Jatta, dann weiter nach N’dofan.
Die 2. Matratze erhält Ida Sowe (2905). Auszahlung der Restsumme an Baufirma Ousman. Das instand gesetzte Schulgebäude sieht gut aus – aber noch ohne Leben, die Möblierung fehlt noch, die ist im Container, auf den wir warten. 

 

imageDonnerstag, 23.12. 

Besuch bei Fatou Sarr (dem blinden Mädchen) in Bakoteh. Unser Verein sponsert ihren Schulbesuch und wir wollen alle notwendigen Kosten hinterfragen – Unterkunft, Schulweg, Schulspeisung, Heimfahrten usw. Danach zahlen wir über 16.000 Dalasi für die Zeit bis Ende Juli 2011 aus. 

Freitag, 24.12. – Heilig Abend

Kleine Weihnachtsfeier im Compaund, Marianne und ich haben Lamin und Hatabou eingeladen – traditionell mit Kartoffelsalat und für unsere moslimischen Gäste Bratwurst aus Geflügelfleisch.

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Vorbei mit der Ruhe – endlich ist der Container da – und auch Sven Oberländer (ASB). Wir fahren mit Lamin 2 x nach Banjul, um den Container aus dem Hafen zu bekommen, aber umsonst. Erst am

30.12.

hilft Dr. Konteh – und dann klappt es.
15.30 Uhr wird der Container freigegeben – ein LKW der Armee transportiert unsere Sachen zum Compaund. Abends im Dunkeln abladen – uff, geschafft.

Freitag, 31.12. – Samstag, 01.01.

Aufräumen – nicht Jahreswechsel feiern. Wir haben alles geordnet untergebracht und nach Transportzielen sortiert. Viel Kleinarbeit – am

02.01.

haben wir dann eine erholsame Strandwanderung gemacht. 

imageMontag, 03.01.

Beratung mit Lamin – Vorbereitung der Transporte. Dabei stellten wir fest, dass einige Schulen bis 8.1. Ferien haben – ausgebremst. 

Dienstag, 04.01.

Conny kommt an – nun sind wir 3 aktive „Grüne“. 

Donnerstag, 06.01.

Beratung mit Hatabou – leider ohne positive Ergebnisse, er kann uns weder an der Fähre helfen, hat auch keinen LKW für uns. Keine Hilfe für uns. 

imageFreitag, 07.01. 

Heute haben wir Brillen in der Augenklinik in Kanifing übergeben und anschließend Fatou Sarr besucht. Hier konnten wir einen Brief der Blindenschule in KW, ein Buch in Punktschrift und eine nagelneue Punktschriftmaschine (Spende der Blindenschule in KW) übergeben. Hier nahmen wir auch Unstimmigkeiten auf, die wir später klären werden. 

Dienstag, 11.01. 

„Großkampftag“ im Süden, mit Lamins Hilfe waren wir überall angemeldet und brachten die „Familienkisten“ zu den Patenkindern in Njofelleh, Tujereng, Farato und Kerr Sering. Alles hat gut geklappt. In Njofelleh auch Kisten mit Spielzeug für den Kindergarten übergeben. Bei der Durchfahrt durch Katchume lieferten wir auch einen Sack Reis für die Schulküche – eine Spende von Marianne Achterberg.  Abends, ca. 23 Uhr, Familie Bille vom Flughafen abgeholt. Nun beginnt die medizinische Arbeit. 

Donnerstag, 13.01. 

Familie Bille zum Kaffeetrinken im Compaund begrüßt, dabei die vor uns liegenden Vorhaben beraten und das „Medizinische Depot“ aufgebaut (Hier steht jetzt das medizinische Material zum „Nachtanken“ zur Verfügung). Ein gemeinsames Abendessen rundet den Tag ab. 

Freitag, 14.01. 

Heute hat ein Schneidermeister die 3 Nähmaschinen (für Njongon) repariert – alles zusammengesetzt, geölt und vorgeführt.
Nun können wir sie an die Schule übergeben (Preis pro reparierte Nähmaschine 2,85 € – toll!). 

imageMontag, 17.01. 

Die 3 Nähmaschinen werden vorsichtig nach Njongon transportiert und freudig in der Schule entgegengenommen und auch gleich ausprobiert – sh. unten. Dann zur Schule in N’dofan und alle Vorhaben (Transport) des nächsten Tages absprechen. Nächstes Ziel – Haus von Amadou Bah in Kerr Jatta – Pate Dieter Koch hat 300,- € für die Haussanierung mitgegeben – und Objektbesichtigung und Beratung mit der Familie. Hier muss dringend etwas getan werden.

Dienstag, 18.01. 

Schulmöbeltransport – alles auf einen LKW aufladen – 19 Tische, 50 Stühle und die für die Nordbank bestimmten Kisten – und Marianne Kypke begleitet den Transport nach N’dofan. Dort wird „ameisenartig“ alles abgeladen und eingeschlossen. 

Dienstag, 25.01. 

Auch das gibt es – die Fahrt auf die Nordbank endet genau 10 m vor der Fähre – Auto kaputt, alle zurück. 

imageDonnerstag, 27.01. 

Neuer Anlauf mit repariertem Auto – mit an Bord Familie Bille, gemeinsam mit seiner Frau arbeitet Dr. Bille 2 x pro Woche auf der Nordbank und 1 x in Ghanatown.
Wir überbringen erstes Geld für die Haussanierung an 22611 und inspizieren die Wohnstätten 2810, 2811 und 2910, erschreckend! Wir sind froh, helfen zu können. 

Freitag, 28.01.

Das „Gesper-Team“ wohnt im Hotel „Sun-set-Beach“ und kommt am Nachmittag in unseren Compaund – nicht nur zum Kaffee-trinken – da werden Medikamententaschen aufgefüllt und die Aufgaben der nächsten Tage beraten.  

imageDienstag, 01.02.

Brigitte und Paul Thieke reisen an – jetzt sind wir 10 Mitstreiter, 5 Mitglieder und 5 Unterstützer (davon 2 Ärzte und eine Schwester) – ein schlagkräftiges Team. Und gerade jetzt falle ich aus – muss aber alles für den nächsten Tag vorbereiten – alle genau instruieren. Selbst mit 39 °C im Bett – fiebrige Infektion der Bronchen. 

Donnerstag, 03.02. 

Großeinsatz in N’dofan – und ich liege krank zu Hause. 2 Ärzte und 4 Helfer arbeiten in der Notfallapotheke. 
Auf dem Schulhof werden an alle Patenkinder die Pakete ausgeteilt, 3 erhalten zusätzliches Reisgeld, an 4 Familien erfolgt Auszahlung des Geldes für die Hausreparaturen. Spielzeug für den Kindergarten und unter Anleitung von Paul Thieke
werden die Schultische montiert und ein Klassenraum möbliert, natürlich auch mit den mitgebrachten Stühlen. 
Ein erfolgreicher Tag!

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Dienstag, 08.02.

Ärzteeinsatz in Njongon – beide Thiekes fahren mit. 
Abends treffe ich Otto Finger, Vorstandsmitglied für Finanzen des bayrischen Vereins „Sociales for the Gambia“.
Wir räumen Missverständnisse des vergangenen Jahres aus und blicken in die Zukunft.

Donnerstag, 10.02.

Das „Gesper-Team“ fliegt zurück. Drei Mitglieder unseres Vereins erledigen in N’dofan noch offene Fragen, z.B. Zeugnisse einfordern, 2 ID-Karten einziehen. 

Sonntag, 13.02. 

Paul und Brigitte Thieke fliegen zurück. Unser Team wird kleiner – aber langweilig wird es nicht. 

Mittwoch, 16.02. 

Nochmals ein Besuch bei Fatou Sarr. Im Gespräch klären wir einige Fragen, erläutern Zusammenhänge und können einen Brief an die Blindenschule in Königs Wusterhausen entgegennehmen. 

Sonntag, 20.02.

Auf real Privat – ich besuche mein Patenkind, und weil ihr Zeugnis so gut war, schenke ich ihr ein Fahrrad. 

Donnerstag, 24.02.

Wieder nach N’dofan. Kumba Bah erhält 745,- Dalasi (20,- €) von „Patenmama“ Frau Ludwig aus Rangsdorf. 
Der Direktor erhält Büromaterial und Patenkind 21104 Familienkisten.
Dann schauen wir, was in den Häusern geschaffen wurde, 2811 hat nur Material gekauft, 2810 ist schon halb fertig und 2910 und 22611 haben Hervorragendes geleistet. 

imageDonnerstag, 03.03.

Ärzte auf der Nordbank. Ich darf Familie 2905 eine extra Geldspende übergeben.
Heute wird die rekonstruierte Schulküche übergeben, mit kleiner Zusammenkunft, mit Bürgermeister usw.
Alle Lehrer und das technisches Personal erhalten von Fam. Bille je einen Sack Reis – 10 Säcke gibt es für die Schulküche. Es kann losgehen. 

Dienstag, 08.03.

Ende des medizinischen Einsatzes – Medi-kamente und Material werden sortiert und vieles zur Einlagerung verpackt. 
Dr. Konteh und Hatabou bekommen ein Steri-Gerät und Medikamente. 

Donnerstag, 10.03.

Fam. Bille fliegt nach Hause – nach einem erfolgreichen Einsatz – in 2 Monaten 870 Patienten behandelt und vieles mehr. 
Wir holen einen Brief von Fatou Sarr ab und bereiten die Übergabe noch Material/Medikamente an HC Tanji vor. 

Sonntag, 13.03.2011

Flug nach Hause – nur noch Marianne Kypke „hält die Stellung“. 

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