Immer am 16. Oktober rückt der World Food Day (Welternährungstag) das wichtige Thema Lebensmittelsicherheit in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit.
–> Bilder rund um unsere Aktion „Schulspeisung – Mittagessen-Patenschaft“
Wie ist die Lage in Gambia
- UNICEF konstatierte 2021, dass Gambia zu den wenigen Ländern gehört, das mehr Geld für Schuldentilgung als für Bildung, Gesundheit und soziale Absicherung zusammen ausgibt. Jede Reise durch Gambia verdeutlicht das selbst den flüchtig Beobachtenden. (https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/-/report-innocenti-schulden/277922)
- World Food Programme stellte 2024 fest, dass Gambia die größte Krise der Lebensmittelsicherheit seit einem Jahrzehnt durchlebt: 27% der Bevölkerung sind unterernährt oder davon bedroht. (https://www.wfp.org/countries/gambia)
- Nur 46% der Kinder aus armen Familien, die in ländlichen Gebieten leben, beginnen überhaupt einen Schulbesuch. Nach dem Übergang zur Mittelstufe gehen nur noch 21% von ihnen zur Schule. Damit schneiden sie am schlechtesten aller Vergleichsgruppen ab (Unicef. Gambia-Education-Fact-Sheet-2020). Denn: Für ihre Eltern steht der Zwang zur unmittelbaren, täglichen Existenzsicherung über den mittelbaren, zukünftigen Vorteilen des Schulbesuchs. Sie entscheiden auch entlang der Frage: Muss für das Kind jemand die Lebensmittel mitverdienen, weil es zwar in der Schule ist, aber dort nichts isst? – Oder fällt zwar sein Mitverdienst aus, aber es hat immerhin zu essen bekommen?
- Dass so viele der ärmsten Kinder nach der Grundstufe die Schule verlassen, hängt auch damit zusammen, dass das World Food Programme (a) seine größte Unterstützung für Schulen reserviert und (b) dabei insbesondere in Lower Basic Schools mit Kindern im Alter zwischen 5 und 11 Jahren aktiv ist (https://docs.wfp.org/api/documents/WFP-0000157716/download/). Jedoch erreicht das WFP nur einen Bruchteil der Bildungseinrichtungen mit Kindern in diesem Alter, nämlich ca. 400 von ca. 1.400 Kindergärten/Vorschulen/Grundschulen.
Wir folgern aus diesen Daten: Eine gesicherte, warme und regelmäßige Mahlzeit verbessert vieles, und das merklich:
Zunächst natürlich die Konzentration im Unterricht. Darüber hinaus verbessert sie die generelle Schulbesuchsrate und hilft, Kinderarbeit zu vermeiden. Kinder ohne Unter- und Mangelernährung haben eine bessere Allgemeingesundheit. Schulspeisung entlastet schmale Familienbudgets und gibt Eltern Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Hier eine Übersicht unserer Projektarbeit:

Warmes Mittagessen anzubieten, ist eines der wichtigstes Anliegen unserer Schul- und Kindergartenprojekte. Für unser Kinderhaus-Projekt ist hingegen die generelle Lebensmittelsicherheit unser wichtigster Beitrag, also nicht nur Mittagessen. Wir realisieren unsere Unterstützung mithilfe von Spenden, vorrangig mit Dauerspenden von „Mittagessen-Paten“.
Schulgärten: Um das Essensangebot so gut wie möglich mit lokal erzeugten, frischen Lebensmitteln ergänzen zu können, unterstützen wir die Anlage, den Erhalt und die Erweiterung der Schulgärten unserer Projekte, sofern Anlegen und Erweitern möglich sind.

Zähneputzen: Ergänzt wird unsere Schulspeise-Aktion durch die Aktion „Zahngesundheit“: Für das gemeinsame Zähneputzen nach dem Essen stellen wir das Material zur Verfügung und haben eine einfache Anleitung entwickelt, die das Schulpersonal umsetzt.

Küchenbau: Mittagessen kocht sich nicht von allein. Deshalb unterstützen wir den Bau, den Unterhalt und die Ausstattung von Küchen.
Essenräume bauen: Damit die Mahlzeit nicht im sandigen Wind, im Regen oder in der prallen Sonne gegessen werden muss, unterstützen wir den Bau und den Unterhalt von Essenräumen.
Personal bezahlen: Ein wichtiger, aber von uns bisher nicht zu leistender Beitrag wären die Personalkostenübernahmen für Küchenpersonal, da der gambische Staat diese Gelder nicht bereitstellt.