Wenn es um Waisenkinder geht, werden wir schnell weich. Das nutzen Scammer gnadenlos aus. Ihre Betrugsgeschichten gehen immer ungefähr so: Ich habe aus meiner Nachbarschaft mehrere verwaiste Kinder aufgenommen. Ich hab schon/ Ich möchte gerne ein Haus für sie bauen, mit mehreren Zimmern und Bad. Die Lebensmittelkosten übersteigen mein Einkommen. Ich kann nicht mehr für alle die Schulgelder bezahlen. Ich bekomme keine staatliche Hilfe. Ich mache das aus reiner Nächstenliebe und habe keine Lizenz. Als Beweis schicke ich Fotos von vielen Kindern, von Schlafmatratzen, von Lebensmitteleinkäufen …
Was steckt dahinter: Fotos von Kindern, Matratzen und Lebensmitteleinkäufen zu schicken, beweist gar nichts. Denn viele Kinder, die in einem Raum auf Matratzen schlafen und für die ein Sack Reis gekauft wird – das trifft so auf die allermeisten Familien in Gambia zu. – Waisenkinder werden zuallererst in der engeren Familie mit versorgt. Es ist absolut normal, dass eine Frau zu den selbst geborenen Kindern eine Anzahl (Halb-)Waisen ihrer Verwandtschaft mit versorgt, immer im im Verbund mit allen Frauen ihres compounds (Hofes). Klar, das kostet alles zusätzlich Geld. Aber das soll man dann auch genau so sagen statt sich mit einem Waisenhaus selbst zu erhöhen und auf kriminelle Pfade zu begeben.
Waisenhäuser kann und muss man in Gambia behördlich melden. Man erhält dann eine Social Welfare Lizenz. Wer die nicht hat, hat auch kein Waisenhaus. Sondern scamt sich Geld zusammen – und nutzt dabei schamlos Kinder aus. Ob diese Kinder dann jemals in den gespendeten Häusern wohnen, in den Betten schlafen und im Bad sich pflegen dürfen – das darf man wirklich sehr stark in Zweifel ziehen!